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Design. Die Porsche DNA - Ein Einblick in die geheimen Hallen des Designstudios in Weissach.
Design. Die Porsche DNA
Ein Einblick in die geheimen Hallen des Designstudios in Weissach.

Design. Die Porsche DNA

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Porsche gestaltet die Zukunft des Sportwagens. Überraschend: Lötkolben und Programmierarbeiten sind ebenso dabei wie 3D-Brille und Tablet. Und: Fehler sind erwünscht.

„Der Hauptunterschied zwischen einem Porsche und anderen Marken wird immer sein, dass der Fahrer bei uns die Wahl hat. Die Wahl, ob er autonom oder selbst fahren möchte. Deshalb wird ein Porsche immer ein Lenkrad haben“, Design-Chef Michael Mauer.

Der Mission E gibt Hinweise, wie das aussehen wird. Es geht darum, dass der Fahrer sehr direkt agieren kann. Wo früher viele Druckknöpfe waren, wird die Funktionsweise künftig – digital unterstützt – sehr einfach sein. Wie man sich bei Porsche dieser Aufgabe nähert, skizziert Mauer so: „Am Anfang diskutieren wir in der Gruppe. Es werden Ideen eingebracht. Schnelle Skizzen entstehen. Dann wird das Thema in einer Projektgruppe weiterentwickelt, und nach kurzer Zeit, oft in weniger als einem Monat, gibt es ein Ergebnis. Wir arbeiten viel nach dem Try-and-Error-Prinzip. Fehler sind erwünscht, weil dadurch klar wird, was nicht passt.“

Der 911 ist die Referenz für alle Neuen.

Alles Forschen beginnt mit Blick auf die Historie. Anhand eines 911 T von 1973 beschreibt Designer Thorsten Klein jene Elemente, die den Innenraum eines Porsche noch heute unverwechselbar machen. Er zeigt auf die Rundinstrumente mit dem Drehzahlmesser in der Mitte. „Den gibt es im rein elektrisch angetriebenen Mission E natürlich nicht, aber das Prinzip der Fahrerorientierung aller Anzeigen bleibt.“ Klein arbeitet bereits mehr als zehn Jahre in Weissach. „Der Elfer“, sagt er „ist unsere Referenz für jede Neuentwicklung.“

Die Linie von morgen.

Michael Mauer reizt diese spürbare, neue Unsicherheit beim Blick in die Zukunft. Alles ändert sich: „Für Kreative ist diese Beschleunigung im Wandel ein inspirierender Zustand.“ Das Designteam ist trainiert darin, Kommendes zu antizipieren, sich ins Morgen hineinzudenken. Und auch Mauer hat bei der Zusammenstellung des Teams vorausgedacht. „Wir haben mehr Generalisten an Bord, um weiter zu denken“, sagt er. Auch 2048, wenn die Automobilmarke Porsche 100 Jahre alt ist, wird am Anfang eines Projekts wahrscheinlich eine Hand eine Skizze zeichnen „und fühlen, ob es sich richtig anfühlt“.

Ivo van Hulten leitet seit drei Jahren das Interieur-Design bei Porsche. Ablenkungsfreie Bedienung ist sein oberster Grundsatz bei der Innenraumgestaltung. Der Niederländer könnte auch sagen: Weniger ist mehr. Keine leichte Aufgabe in einer Zeit mit immer mehr Technik. „Wir beobachten sehr genau, was Menschen in unseren Autos tun“, sagt van Hulten. Oder was sie nicht tun. Manche Anzeigen im Kombiinstrument etwa verstellt kaum jemand – und wenn doch, dann nur am Anfang, wenn die Neugier auf Ausstattungsdetails groß und der Spieltrieb ungebrochen ist. Dass van Hulten aufzuräumen versteht, zeigt der neue Cayenne: mehr Möglichkeiten, weniger Knöpfe. Erst Ordnung schafft Platz für Neues. Zum Beispiel für Augmented Reality. Frei zu übersetzen mit dem „Einblenden virtueller Elemente in das Sichtfeld des Fahrers“. Van Hulten ist sicher, dass diese Technologie für Porsche relevant werden wird, auch wenn sie aktuell noch nicht perfekt genug ist. Schließlich bedeutet jeder Moment, in dem sich der Blick auf die Straße und nicht auf das Display eines Smartphones richtet, mehr Sicherheit und Schnelligkeit.

Lösungen, die den Fahrspaß erhöhen.

Nicht nur, wie Displays gestaltet werden, sondern auch, was darauf zu sehen ist, fällt in den Bereich des Interieur-Designs. Auf der Visitenkarte von Gantimur Meißner steht „Leiter UX/UI Design“, kein wirklich selbsterklärender Begriff. UX, eine aus dem Webdesign entlehnte Abkürzung, steht für User Experience, also für das, was man in und mit einem Porsche erleben kann. „Eine typische User Experience besteht für Porsche-Fahrer darin, auf einem Rundkurs die eigenen Fahrfertigkeiten zu verbessern. Stunden später könnte derselbe Nutzer im selben Fahrzeug in der Innenstadt einen Parkplatz suchen.“ Das neunköpfige Team von Meißner entwickelt Lösungen für mehr Fahrspaß. Ausgangspunkt ist immer die Frage: Wie sieht der Alltag des Porsche-Fahrers aus? Über Tage hinweg begleiten sie dafür Kunden, aber auch Nicht-Kunden. Tauchen ein in deren Lebenswelten, fotografieren und beschreiben. „Anschließend überlegen wir gemeinsam, wie häufig auftretende Situationen idealerweise für den Kunden gelöst werden können“, sagt Meißner. „Dabei geht es erst einmal nicht darum, eine bestimmte Form zu gestalten, sondern eine kundenfreundliche Lösung zu finden.“ Ist eine – meist mit einfachen Skizzen festgehaltene – Idee so gut, dass sie getestet werden soll, entsteht ein interaktiver Prototyp für die zweite Abkürzung, UI wie User Interface. Dabei arbeiten Konzeptentwickler, Gestalter, Ingenieure, Elektronikexperten, Programmierer und Modellbauer Hand in Hand. Sie sind fester Teil der Mannschaft von Michael Mauer in Weissach. Meißner hat einen hohen Anspruch: „Wir wollen der Ort sein, an dem Technik und Gestaltung zusammenfließen und zu einem perfekten Nutzererlebnis verschmelzen.“

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Panamera Turbo S E-Hybrid
3,3
l/100 km
74
g/km
16,0
kWh/100 km
Cayenne
9,2 – 9,1
l/100 km
210 – 207
g/km